Bachelor + Master Publishing
807 Bachelorarbeiten, 530 Masterarbeiten, 10.101 Diplomarbeiten

'[...] pour l'Occident je n'éprouve pas de haine' - Gesellschaftsanalyse, Provokation und Tabubruch im Prosawerk Michel Houellebecqs

'[...] pour l'Occident je n'éprouve pas de haine' - Gesellschaftsanalyse, Provokation und Tabubruch im Prosawerk Michel Houellebecqs
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Kathrin Menningen
  • Abgabedatum: Januar 2009
  • Umfang: 108 Seiten
  • Dateigröße: 722,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • Bibliografie: ca. 110
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0501-9
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Menningen, Kathrin Januar 2009: '[...] pour l'Occident je n'éprouve pas de haine' - Gesellschaftsanalyse, Provokation und Tabubruch im Prosawerk Michel Houellebecqs, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Houellebecq, Tabubruch, Provokation, Transgression, Gesellschaft

Magisterarbeit von Kathrin Menningen

Einleitung:

Michel Houellebecq, geboren 1958 auf La Réunion, kann ohne Zweifel als einer der bedeutsamsten und vor allem populärsten französischen Autoren der Gegenwart bezeichnet werden. Nachdem er seine Kindheit in Crécy-La-Chapelle verbrachte, sein Studium als Agraringenieur abschloss und als Informatiker arbeitete, wurde 1991 sein Gedichtband La poursuite du bonheur veröffentlicht. 1994 gelingt ihm mit Extension du domaine de la lutte der literarische Durchbruch. Vier Jahre später folgt der Roman Les particules élémentaires und mit ihm der erste Skandal um den Autor. Auch Plateforme (2001) löste heftige Debatten und gar eine Anklage wegen Verhetzung aus. 2005 erschien der bislang letzte Roman Houellebecqs – La possibilité d´une île. Vor kurzem erst, genau genommen im Oktober 2008, veröffentlichte Flammarion eine Briefkorrespondenz zwischen Michel Houellebecq und Bernard-Henri Lévy: Ennemis publics. Schonungslos beschreibt der Autor die Probleme der postmodernen okzidentalen Lebenswelt und erzielt damit bemerkenswerte Erfolge. Seine Romane erreichen ungewöhnlich hohe Auflagen, die generell nur Preisträger des Prix Goncourt vermerken können, und sind bisher in rund 30 Sprachen übersetzt worden.

So rückte Houellebecq im Laufe der Zeit rasch ins Zentrum der Medien und des öffentlichen Interesses, wo er immer wieder als ‘Skandalautor’ gehandelt wurde und für kontroverse Diskussionen gesorgt hat. Ursache dessen ist sein misanthropes, depressives Weltbild und sind seine provokanten, anstößigen Thesen, mit denen er sich gezielt gegen die gesellschaftlich allgemein vertretene moralische Norm stellt. In den Particules werden die Genforschung und die Abschaffung der Menschheit durch Klonung als utopische Lösung für eine bessere Welt glorifiziert. In Plateforme äußert der Protagonist den Vorschlag eines globalen Bordells und appelliert für die Vorzüge des Sextourismus. Auch zahlreiche rassistische Äußerungen haben für weitgreifende Kritik und Empörung gesorgt. Houellebecq versteht es zu provozieren, den Nerv seiner Zeit zu treffen, strittige aktuelle Themen aufzugreifen und genau das anzusprechen, worüber ein Großteil der Menschen lieber nicht spricht. Zynisch rechnet er mit der zeitgenössischen Gesellschaft ab und behandelt gnadenlos die Probleme und das Leid der postmodernen Welt. Diese ist bei Houellebecq maßgeblich geprägt von stetig wachsender Liebesunfähigkeit, Vereinsamung, von Hass und Ungerechtigkeit und verschiedenartig konstruierter Hierarchien, innerhalb deren stets der Bessere gewinnt und der Schwächere auf der Strecke bleibt. ‘Pour l´Occident je n´éprouve pas de haine’ heißt es in Plateforme, doch scheint das Prosawerk Houellebecqs dieser Aussage zu widersprechen und zwar nicht zwingend auf Hass, aber immerhin auf der Ablehnung seines Autors gegen die Welt und den Menschen zu basieren.

Die vorliegende Magisterarbeit will, aufbauend auf einer Analyse der Romane Extension du domaine de la lutte, Les particules élémentaires, Plateforme und La possibilité d´une île, in einem ersten Teil das Gesellschaftsbild Houellebecqs beleuchten, das als Grundlage dient für seine Provokationen und Tabubrüche, die im zweiten Teil der Arbeit näher herausgearbeitet werden sollen. Schon in seiner Analyse der Postmoderne zeigen sich extreme und polarisierende Ansichten, die er gekonnt auf die Spitze treibt. Doch zuerst soll gezeigt werden, wie die von Houellebecq beschriebene Gesellschaft sich gestaltet, durch was sie sich kennzeichnet und worin ihre Schwachpunkte und ihr Leiden begründet sind. Mithilfe der Psychoanalyse Jacques-Marie Émile Lacans, die sich ausführlich mit dem Menschen als begehrendes Subjekt und Träger eines irreduziblen Mangels auseinandersetzt, soll auf die zwischenmenschlichen Beziehungen der Romancharaktere Houellebecqs eingangen werden. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Fokussierung des Autors auf jedwedes Sexuelles, die Problematik des Alter(n)s und der Instrumentalisierung des Körpers gelegt werden, was zur Behandlung des melancholischen, depressiven Dasein der Individuuen der westlichen Welt führen wird, die auf der steten Suche nach Glück und Erfüllung Gefahr laufen, sich selbst zu verlieren.

Ferner wird in Anlehnung an die Theorie René Girards auf die an der Misere Schuldtragenden eingegangen werden, bevor der erste Teil mit der Thematisierung von Utopie und Dystopie und der damit einhergehenden Analyse der Darstellung Houellebecqs des neuen Menschen in Les particules élémentaires und La possibilité d´une île schließen wird. Darauf aufbauend soll der zweite Teil unter Berücksichtigung der Transgressionstheorie Batailles und Foucaults den Provokations- und Skandalgehalt im Prosawerk des Autors analysieren und dabei ein Augenmerk auf provokative und tabuierte Elemente seiner Ansichten, sowie seines literarischen (non-)styles und seiner Romankonzeption im Allgemeinen werfen. Auch wird ein Auszug gesammelter Presse- und Kritikerstimmen einen Überblick über die stark kontrovers geführte Diskussion verschaffen. Bei der Abarbeitung der einzelnen Romane werden zudem seine in der Kritik immer wieder so dargestellten Tabuthemen wie Rassismus, Pornographie, Gentechnologie und Eugenik, sowie extreme Gewaltdarstellung behandelt werden. In Zusammenhang mit der Erläuterung einiger Marketingstrategien des Autors und seiner Verleger soll im Anschluss abschließend die Frage überprüft und der Versuch einer Beantwortung unternommen werden, ob Provokation und Tabubruch, deren Ursprung vor allem im Weltbild Michel Houellebecqs begründet liegt, tatsächlich als solche anzusehen sind, oder nicht vielmehr durch geschicktes Marketing hochstilisiert wurden, um dem Bedürfnis des realen, postmodernen Lesers nach Sensation und Transgression gerecht zu werden.

Vorallem durch den starken Bezug zwischen Gesellschaftsanalyse und Provokation erweist sich die zu behandelnde Thematik dabei als interessant, zumal sie aufgrund ihrer zeitlichen Nähe zu Autor und Werk eine direkte Inverbindungsetzung zwischen fiktiver und realer Welt aus einer zeitgenössischen Sichtweise und somit den Versuch einer Klärung des Erfolges Houellebecqs erlaubt.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 1
Einleitung 3
I. GESELLSCHAFTSANALYSE 6
I.1 ‘L´écrivain de la souffrance ordinaire’: Zur Einseitigkeit der Gesellschaftsdarstellung Houellebecqs 7
I.2 Sexualitäts- und Liebestheorie 9
I.2.1 Die ‘relations simulées’ im platonischen Liebesmodells 9
I.2.2 ‘Le manque d´objet’ und die Omnipräsenz sexuellen Begehrens 12
I.2.2.1 ‘La sexualité […] dans le domaine d´économie de marché’: Zur Instrumentalisierung des Körpers 17
I.2.2.2 ‘L´objet d´un dégoût unanime’: Degradierung des Alters, körperlicher Verfall und die Zerstörung der Seele 20
I.3 ‘Le déprimisme’: Melancholie und Depression im Gesellschaftsbild Houellebecqs 24
I.3.1 Pensée schopenhauerienne und Misanthropie als ‘concept fondateur de l´idéologie houellebecquienne’ 26
I.4 Das Sündenbockritual – oder die Wiederherstellung der sozialen Ordnung 29
I.4.1 Der destruktive Liberalismus der 68er-Generation 32
I.4.1.1 Mutter und Frau als Täter und Opfer einer ‘befreiten’ Gesellschaft 36
I.4.2 Gesellschaftliches Ungleichgewicht durch Islam undImmigrantentum 40
I.5 Utopie und Dystopie: Zur Abschaffung des Menschen durch das ‘changement apocalyptique’ 43
I.5.1 Posthumanes Menschsein 46
I.5.1.1 Utopische Zukunftsfiktion in Les particules élémentaires 46
I.5.1.2 Dystopische Relativierung in La possibilité d´une île 48
II. PROVOKATION UND TABUBRUCH 51
II.1 ‘L´interdit est là pour être violé’: Zum Begriff des Tabubruchs und der Transgression 52
II.2 Zu Presserezeption und öffentlichen Reaktionen oder der Spaltung einer Gesellschaft 56
II.3 Die Romankonzeption Michel Houellebecqs 60
II.3.1 La platitude, l´écriture du degré zéro und die Ablehnung der literarischen Tradition 60
II.3.2 Die Aufhebung der Grenze zwischen Fiktion und Realität: L´effet de réel 63
II.3.3 Die Destabilisierung der Romanstruktur: Diskursmischung und Genrewechsel 65
II.3.3.1 Der Bruch moderner Sprachnormierung durch die Umkehrung der political correctness 67
II.3.4 Tatsächliche Stillosigkeit oder bewusst gewählter Mangel an Literarizität? 69
II.4 Thematische Provokation und die Negierung des gesellschaftlichen Konsens 71
II.4.1 ‘De[s] scène[s] à lire d´une seule main’: Zum Vorwurf der Pornographie 71
II.4.2 Extension du domaine de la lutte: Basis einer Provokation 76
II.4.3 Les particules élémentaires: Banalisierung der Gentechnologie und inzestuöses Verhalten 78
II.4.4 Plateforme: Glorifizierung des Sextourismus und Äusserung rassistischen Gedankenguts 81
II.4.5 La possibilité d´une île: Autobiographischer Zynismus als Grundvoraussetzung kommerziellen Erfolges 85
II.4.6 ‘Pornographie [und] ultraviolence’: Zur Schaffung immer größerer Extreme 87
II.5 Tabubruch als Bereicherung des (postmodernen) Alltags 90
II.5.1 L´autofiction als ironische Selbstinszenierung 91
II.5.1.1 Exkurs: Zum Marketingkonzept des Autors und seiner Verleger 93
II.5.2 Abschließender Versuch einer Erklärung 94
Fazit 97
Literaturverzeichnis 99

Textprobe:

Kapitel II:

Nachdem der erste Teil gezeigt hat, dass Houellebecq den Versuch unternimmt, seine Realität und seine Weltanschauung so präzise wie möglich darzulegen, soll der zweite Teil nun der Frage nachgehen, ob in der Aufgabe der Wirklichkeitsdarstellung tatsächlich die einzige Motivation des Autors zu erkennen ist. Denn es wurde bereits gezeigt, dass er sich mit Vorliebe brisanten Gegenwartsthemen und -konflikten annimmt, provoziert und seine Romancharaktere gezielt inakzeptable Ansichten und ethisch und moralisch extreme Meinungsbilder vertreten lässt. Daran anknüpfend könnte durchaus vermutet werden, dass sein Schreiben aus Gründen eines gewissen politischen Engagements hervorgeht und er bewusst heikle Themen und Problematiken zur Sprache bringt, um den öffentlichen Diskurs über die prekären gesellschaftlichen Verhältnisse voranzutreiben. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass alle Themen, die er anspricht, bereits Gegenstand politischer oder ethischer Debatten sind und es schon vor Erscheinen seiner Romane waren. Vielleicht hat er sie neu entfacht, doch sicherlich in keine seriöse neue Richtung gelenkt, keinen wirklich konstruktiven Beitrag geleistet. Zu unsachlich sind seine Diskurse, zu kontradiktorisch sein Verhalten, um im Werk Houellebecqs ein ernsthaftes, beabsichtigtes Engagement erkennen zu lassen. Vielmehr erscheint seine düstere Sicht der Dinge und die Art und Weise, wie er diese verpackt, als gezielte Provokation, mit der er immer wieder aneckt und für Aussehen sorgt. Dabei kommen die wie gesehen in höchstem Maße eintönigen Protagonisten dem modernen Leser in der heutigen nach Sensation strebenden Gesellschaft durch ihre grundlegende und langweilende Durchschnittlichkeit bereits als ‘ultimative Provokation’ daher. Auch das zutiefst kritische, extreme und misanthropische Weltbild des Autors stellt zweifelsohne eine Provokation gegenüber den heutigen Lebenseinstellungen der Leser und Kritiker dar, so dass der Autor regelmäßig in Presse, Rundfunk, Fernsehen und Literaturkritik als provokativer, Tabus durchbrechender Skandalautor tituliert wird.

So soll im Folgenden die Provokation und der Tabubruch im Prosawerk Houellebecqs untersucht und herausgearbeitet werden, inwiefern das Streben nach Skandal und Erfolg den Autor und sein Schaffen, neben der Zielsetzung der provokativen aber kritischen Gesellschaftsanalyse, beeinflusst. Ferner wird die Frage zu stellen sein, wodurch die Tabubrüche zu eben solchen werden konnten, wodurch sie sich kennzeichnen, was sie charakterisiert und wie sie es in der heutigen liberalen Welt überhaupt geschafft haben zu provozieren. Gibt es den Literaturskandal überhaupt noch? Geht die vom Autor illustrierte Weltanschauung, die den Untergang sämtlicher gesellschaftlicher und moralischer Werte impliziert, einher mit einer enttabuisierten Welt, in der alles erlaubt ist? Oder ist gerade die Lockerung der Grenzen und die Enthemmung des Menschen vielleicht überhaupt erst Ursache für seinen Verfall? Wurde tatsächlich schon längst alles gesagt und alle Tabus gebrochen? Man denke dabei insbesondere an den Urvater der Transgression, Marquis de Sade, der durch die Schilderung brutalster Gewaltorgien, Grausamkeiten und pornographischer, perverser Sexualpraktiken für Entsetzen und Empörung sorgte und scheinbar alle denkbaren Grenzen in jeder Hinsicht überschritten hatte. Seine Schriften galten als obszön und wurden von seinen Zeitgenossen aufs Schärfste kritisiert. Nicht selten wurde die Veröffentlichung verboten oder soweit wie möglich verzögert. Doch fand er auch Befürworter. Unter anderem Charles Baudelaire, Gustave Flaubert oder Georges Bataille orientierten sich an dem umstrittenen Autor, befassten sich mit seinem Werk und knüpften daran an. Transgressives Schreiben und Skandale sind der Literaturgeschichte also keineswegs fremd. Baudelaires Fleurs du Mal, Flauberts Madame Bovary, Radiguets Diable au corps oder Jean Genets Journal d´un voleur haben allesamt eine Welle der Entrüstung ausgelöst und teils Prozesse nach sich gezogen. Tabubruch in der Literatur gibt es demnach seit jeher, wurde stets fortgesetzt und bis heute nicht beendet. Denn der Effekt des einst Skandalösen und Verwerflichen verliert mit der Zeit an Wirkungskraft und Grenzen müssen weiter nach vorne getrieben werden. Doch wie schaffen Autoren es immer wieder, zu provozieren, zu schockieren und immer neue Tabus zu brechen? Und wie, vor allem, schafft es Michel Houellebecq?

‘L´interdit est là pour être violé’: Zum Begriff des Tabubruchs und der Transgression:

Zu Beginn sei diesbezüglich zu allererst der Begriff des Tabus und der Transgression näher erläutert. Ursprünglich entstammt der Begriff des Tabus aus Tahiti und bezeichnete alle Gegenstände, die nicht berührt werden durften. 1784 wurde er von dem Seefahrer James Cook in unsere Gesellschaft gebracht. Seit den 1930er Jahren steht Transgression generell für die Erfahrung von Grenzen, die sowohl ganz individuelle als auch kulturübergreifende Phänomene zum Gegenstand haben kann. Heute wird zwischen zwei verschiedenen, sich jedoch überlappenden Auffassungen der Transgression unterschieden: zum einen die kultursoziologische Auffassung – die Überschreitung von Regeln, Normen und Gesetzen – und zum anderen die kulturanthropologische Auffassung – die Überschreitung von kulturell konstruierten Grenzen. Erstere bezieht sich vor allem auf den Verstoß gegen juristische, religiöse, politische und ethisch-moralische Regeln und Normen. Ihr Überschreiten wird als Provokation und Störung der Ordnung angesehen und mit Sanktionen bestraft. Dennoch wird die Transgression als für die Aufrechterhaltung der Norm zwingend erforderlich und unabdingbar betrachtet, da eine absolute Integration von Individuum und Gesellschaft niemals möglich ist. Ohne Normierung also keine Transgression oder, wie Alois Hahn sagte: ‘Die Transgression folgt der Norm wie ein Schatten’.

Auch die zweite Auffassung beschäftigt sich mit der Überschreitung symbolischer Ordnungen und ihrer Regeln, wobei dies nicht aus rein normativer Sicht, sondern räumlich gedacht geschieht. Imaginäre Grenzen trennen verschiedene Felder und Räume voneinander, die zu überschreiten einen Verstoß gegen Ordnung und Regeln bedeuten würde. Doch genau solche Verstöße können zum Eintritt in eine ‘andere Ordnung’ führen, denn sie können symbolische Schwellen- und Zwischenräume hervorbringen und zur Aufweichung bislang tradierter Grenzlinien führen. Dieses Verständnis der Transgression geht unter anderem auf philosophische Ansätze wie die von Bataille oder Foucault zurück, welche besagen, dass ‘la transgression est un geste qui concerne la limite.’ Kernpunkt ihrer Denkansätze ist die Auseinandersetzung mit Verschwendung, Zerstörung, Tod und Sexualität, basierend auf der Grundlage ekstatischer Grenzerfahrungen. Sie sehen einen unauflöslichen Nexus zwischen kulturspezifischen Verboten, die die ‘violence élémentaire’ eingrenzen, und der Vorstellung der Grenzüberschreitung als solcher, die jene überhaupt erst evoziert.

Arbeit zitieren:
Menningen, Kathrin Januar 2009: '[...] pour l'Occident je n'éprouve pas de haine' - Gesellschaftsanalyse, Provokation und Tabubruch im Prosawerk Michel Houellebecqs, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Houellebecq, Tabubruch, Provokation, Transgression, Gesellschaft

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren